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Finanzkommunikation ist das Gebot der Stunde
Finanzkommunikation ist das Gebot der Stunde
Creditreform Magazin, 09.08.2010
Die Finanzierungssituation mittelständischer Unternehmen ist unter Druck geraten. Die Gründe hierfür liegen zum einen in Veränderungen der allgemeinen finanziellen Rahmenbedingungen. Hier sind vor allem die veränderte Kreditvergabepolitik durch Basel II und die zu geringe Eigenkapitalquote vieler mittelständischer Unternehmen zu nennen. Zum anderen wirkt sich die Finanz- und Wirtschaftskrise negativ auf die Finanzierungsmöglichkeiten mittelständischer Unternehmen aus. Die KfW Bankengruppe stellt in ihrem Kreditmarktausblick im Dezember 2009 dazu fest, dass die Abwärtsdynamik am Kreditmarkt im 3. Quartal 2009 deutlich zugenommen hat.
Der Rückgang der Kreditneuzusagen bewegt sich demnach in einer Dimension, die zuletzt in der Rezession der Jahre 2003 und 2004 beobachtet werden konnte. Laut ifo-Konjunkturtest im Dezember 2009 beklagen 44,3 Prozent der befragten Unternehmen eine restriktive Kreditvergabe der Banken. Gleichzeitig sehen sich Kredit suchende Mittelständler mit kontinuierlich steigenden Anforderungen der Banken an Eigenkapitalquote, Sicherheiten, Transparenz und Dokumentation konfrontiert. Wie das Beispiel der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zeigt, kann von einer flächendeckenden Kreditklemme dennoch nicht die Rede sein. Die Kreditzusagen des öffentlich-rechtlichen Geldinstituts übertrafen 2009 sogar leicht die Werte des Vorjahres. Dass die Anforderungen an die Unternehmen bei der Kreditvergabe auf breiter Front gestiegen sind, bestätigt dennoch auch der sächsische Mittelstand. So gaben in Sachsen im Herbst 2009 81 Prozent der an einer Unternehmensbefragung beteiligten Unternehmen an, dass Banken höhere Sicherheiten verlangen als früher. Den größer gewordenen Informationsbedarf der Banken im Zuge der Kreditprüfung bestätigten 57 Prozent der befragten sächsischen Unternehmen./p>
In der Folge steigt die Bedeutung alternativer Finanzierungsformen für mittelständische Unternehmen weiter an. So ist der Lieferantenkredit nach der Innenfinanzierung und Bankkrediten längst zur wichtigsten Finanzierungsquelle insbesondere für kleine Unternehmen geworden. Nach Berechnungen der Bundesbank leihen deutsche Unternehmen sich über Lieferantenkredite gegenseitig rund 320 Milliarden Euro. Sie tragen damit stärker zur Unternehmensfinanzierung bei als kurzfristige Bankkredite, die 2008 rund 300 Milliarden Euro ausmachten. Lieferantenkredite sind durch gestiegene Ausfallrisiken und die Verschlechterung des Zahlungsverhaltens für die liefernden Unternehmen zu einem riskanten Geschäft geworden. Hier gilt es, Risiken mit Hilfe von Warenkreditversicherungen oder Wirtschaftsauskünften zu identifizieren und zu steuern. "Diese Steuerungsprozesse können allerdings nur dann greifen, wenn Kreditversicherern und Auskunfteien risikorelevante Informationen wie die vollständigen Bilanzen der beteiligten Unternehmen vorliegen", so Thomas Schulz von Creditreform Dresden.
Die Bedeutung einer aktiven Finanzkommunikation steigt vor dem Hintergrund all dieser Entwicklungen automatisch an. Dies gilt sowohl für die Finanzkommunikation gegenüber Banken als auch gegenüber Auskunfteien und Warenkreditversicherern. Dazu Günter Sauer von der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG "Angesichts der derzeitigen angespannten Wirtschaftslage und vor dem Hintergrund weiter zunehmender Insolvenzzahlen, ist es für uns als Kreditversicherer wichtig, immer rechtzeitig und umfassend informiert zu werden. Vor allem aktuelle Bilanzdaten der Abnehmer sowie Informationen zu deren Liquiditätslage sind ein wesentlicher Bausstein einer soliden Risikoeinschätzung und damit Grundlage für die Gewährung von Deckungsschutz". Mit einer offenen Finanzkommunikation gegenüber ihrer Bank können Unternehmen viel zum Entstehen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit ihrem Kreditinstitut beitragen, die auf Transparenz und Berechenbarkeit basiert. "Je ehrlicher und regelmäßiger der Berater Auskunft über alle relevanten Kennzahlen und Entwicklungen in einem Unternehmen erhält, desto klarer stellt sich die Unternehmenssituation dar, anhand derer man sich gemeinsam über mögliche Finanzierungswege verständigen kann.", so Thomas Stein, Firmenkundendirektor der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.
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