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Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Unternehmensführung Archiv Aktuelles a. d. Steuerrecht 07/09

Günstige Mietwagen für Firmen

Im Mietwagengeschäft werden die Karten neu gemischt. Dafür sorgen günstigere Angebote, mehr Kooperationen, bessere Rahmenverträge und das gestiegene Interesse an Langzeitmieten. Die neuen Entwicklungen.

Rot-weiß-silber glänzen die fabrikneuen, einhundert Alfa Romeo-MiTo-Modelle der Deutschen Bahn, die nicht nur Bahnkunden für 1,50 Euro pro Stunde plus einer Kilometerpauschale von 25 Cent mieten können. Kraftstoff- und Reinigungskosten sind inklusive. Im vergangenen März startete die Bahn mit den italienischen Sport-Kompakten ihr neues Mietwagenangebot „Flinkster“ in Köln und Stuttgart – eine Weiterentwicklung des bahneigenen Carsharing-Angebots. Allein in Köln sind in der Innenstadt 60 Fahrzeuge auf verschiedenen Plätzen verteilt, 70 Fahrzeuge sollen bis Ende 2009 dazukommen, in Stuttgart 30. „Unser Ziel ist, dass in beiden Metropolen möglichst an jeder Straßenecke ein Fahrzeug zur Miete bereit steht, um so auch Spontanmieten zu ermöglichen“, erklärt Rolf Lübke, Geschäftsführer der Bahntochter DB Rent. Alles, was der Kunde für die Nutzung eines Autos in den Farben der Deutschen Bahn benötigt, ist eine Registrierung auf der Flinkster-Website, die 20 Euro kostet und komplett als Fahrtgeld gutgeschrieben wird. Eine Kaution oder Monatsgebühr fällt nicht an. Nach Abholung der Kundenkarte in einem Bahnhof, zugleich Autozugangschipkarte, ist der Alfa auf einem der fest reservierten Plätze zu übernehmen und dort später wieder abzustellen. Der im Fahrzeug vorhandene Bordcomputer registriert die Mietdauer und die gefahrenen Kilometer. Die Rechnung erhält der Mietwagennutzer per Post oder Mail.

Vor der Fahrt sollte der Mieter allerdings das Auto gründlich untersuchen, um Kratzer oder sonstige Mängel festzustellen, denn für Schäden von bis zu 1.000 Euro muss er selbst aufkommen. Mit einem separat abschließbaren Sicherheitspaket sind es nur noch 300 Euro. Das Ganze läuft noch als ein Pilotprojekt. „Wenn es sich rentiert, werden wir Flinkster ab 2010 in mehreren Städten anbieten“, so Lübke. Dann auch sollte der Abholort nicht mehr gleich der Abstellort sein. Dass das im Mietwagensegment „einzigartige Angebot“ greifen und den Mietwagenmarkt neu aufmischen wird, davon ist der Experte in Sachen Fahrzeugvermietung überzeugt. Neben dem günstigen Preis sieht er weitere Vorteile: einfache und schnelle Verfügbarkeit, einheitliche, attraktive, gut ausgestattete und umweltfreundliche Fahrzeuge. Zur Ausstattung gehören Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Sprachwiedergabe, integrierte Navigation sowie SOS Unfall- oder Notruftaste. Zur Umweltfreundlichkeit meint Steffen Dittmar, Leiter des Großkundenvertriebs bei der Fiat Group Automobiles Germany in Frankfurt: „Der MiTo verfügt über ein modernes, sparsames Triebwerk mit einem CO2-Austoß unter 140 Gramm pro Kilometer.“ Und mit Blick auf die etablierten Mietwagengesellschaften meint Lübke grinsend: „Besser, der Kunde benutzt unsere Wagen, als die der Mitbewerber."

Doch Autovermieter wie Avis, Budget, Europcar, Hertz und Sixt zeigen sich gelassen. Zum einen aufgrund der fehlenden bundes-, europa- und weltweiten Versorgungsnetze, zum anderen wegen der Einseitigkeit in der Modelauswahl. „Hertz bietet mit rund 8.000 Stationen in 145 Ländern rund um den Globus eine auf die Bedürfnisse der Kunden zugeschnittene Fahrzeugflotte. In Deutschland reicht das Angebot vom Kleinwagen bis hin zur 40-Tonnen-Sattelzugmaschine“, betont Elyes M’Rad, Geschäftsführer der Hertz Autovermietung in Eschborn. Um gerade auch jenseits der deutschen Landesgrenzen für Geschäftsreisende besser präsent zu sein, schloss Europcar mit Enterprise Rent-A-Car aus den USA jüngst einen Kooperationsvertrag. Mit eingeschlossen sind die Vermieter National und Alamo. Gemeinsam besitzen die Autovermieter an 130.000 Standorten in 162 Ländern eine Flotte von mehr als 1,2 Millionen Fahrzeugen – das derzeit weltweit größte Netz im Autovermietmarkt. „Wir erwarten, dass Kunden auf der ganzen Welt von unseren Angeboten profitieren. Besonders für weltweit aktive Geschäftskunden dürften unsere globalen Programme, die auf die firmenindividuellen Belange abgestimmt werden, interessant sein”, erklärt Gilbert Saada, Chairman der Europcar Groupe in Hamburg. Sixt hat sich im vergangenen Mai in Irland vergrößert. Mit der auf dem Insel beheimateten Kfz-Vermieter Murrays Rent a Car wurde ein Kooperationsvertrag geschlossen. Damit ist die Pullacher Mietwagengesellschaft an allen wichtigen Flughafenterminals des Landes präsent. Preisaktionen wie kostenlose Upgrades in eine höhere Fahrzeugklasse gehören zum Startangebot, das bis in den Herbst hinein gelten soll.

Vom Flugzeug in den Mietwagen

Elyes M’Rad zufolge wollen Geschäftflugreisende einen Mietwagen an Flughäfen und nicht in Innenstädten übernehmen. Und das möglichst ohne Umweg über den Counter des Vermieters, ohne Formalitäten und ohne Wartezeiten. „Den Weg vom Flugzeug direkt zum Mietwagen bieten wir hierzulande an den Flughäfen Frankfurt, München, Hamburg, Stuttgart und Düsseldorf“, so der Hertz-Manager. „Eine starke Präsenz an Flughäfen ist vor allem für Geschäftsreisende bei der Buchung eines Mietwagens ausschlaggebend“, bestätigt Hans-Norbert Topp, Vertriebsvorstand bei Sixt. Wichtig sei aber auch, dass Firmenkunden mehrere Buchungskanäle angeboten werden. So können diese selbst entscheiden, welches Angebot sie bevorzugen - zum Beispiel aus Kostengründen. Damit bezieht sich Topp auf die Zusammenarbeit mit Amadeus, einem der weltweit führenden Anbieter von Online-Reisetechnologien und Travel-Management-Lösungen. Amadeus bedient heute Reisebüros in 90 Ländern und managt in punkto Such-, Auswahl- und Buchungsfunktion die Websites von über 1.000 Unternehmen sowie von mehr als 70 Fluggesellschaften und Hotels. Über Amadeus e-Travel Management werden alle Partnerfirmen auf die Sixt-Internetseiten geleitet, wo die einfache und schnelle Mietwagenbestellung möglich ist.

Als ein weiteres Argument für die Zusammenarbeit von Firmen mit einem eingeführten Autovermieter nennt M’Rad die firmengünstigen Leistungspakete, also Rahmenverträge, die je nach Mietvolumen, Anmietverhalten, Fahrzeuggruppen, Buchungswegen und Zusatzleistungen individuell auf den jeweiligen Bedarf eines Unternehmens zugeschnitten sind. Mit einem solchen Leistungspaket seien Kosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent möglich. „Attraktive Discount-Programme gibt es ebenso für kleinere Unternehmen mit einem geringeren Mietwagenbedarf“, ergänzt der Hertz-Geschäftsführer. Preisgünstige Rahmenvereinbarungen bieten heute alle führenden Autovermieter an, denn sie ermöglichen kalkulationsbedingt deutliche Preisvorteile. „Das kommt Firmen in der heutigen Zeit besonders entgegen“, so Sixt-Vorstand Topp. Die ausgehandelten, individuellen Firmenkonditionen werden meist auf den Kundenkarten eingespeichert, jeder reisende Mitarbeiter der Kundenfirma erhält eine solche Plastikkarte. Dadurch ist gewährleistet, dass die vertraglichen Konditionen auch bei kurzfristigen oder spontanen Fahrzeuganmietungen von unterwegs aus berücksichtigt werden. Bei Mitarbeitern von kleineren Unternehmen, bei denen eine regelmäßige Abrechnung im Rahmen eines Abkommens nicht vorgesehen ist, dient die Karte zugleich als Zahlungsmittel. Alle Mietwagengesellschaften versprechen Karteninhabern eine bevorzugte Bedienung am Schalter, wenig Formalitäten und reduzierte Wartezeiten.

Wird das Mietverhalten von Firmen näher betrachtet, so sind Kurz- und Spontanfahrzeugmieten nach wie vor gefragt, doch ein zunehmender Trend weist in Richtung Langzeitmiete – die Kfz-Anmietung für mindestens zwei Monate mit maximal 14-tägiger Kündigungsfrist zum Monatsende. Parallel dazu verzichten immer mehr Betriebe auf den Abschluss von Leasingvereinbarungen. „Die Langzeitmiete wird gerade in der gegenwärtigen Situation noch interessanter, da vielen Unternehmen die Planungssicherheit fehlt und sie sich deshalb nicht längerfristig an einen Leasingvertrag binden wollen“, so Hertz-Geschäftsführer M’Rad. Längere Kfz-Mietzeiten sind für jeden Fuhrparkbetreiber lohnend, da der Fahrzeugbestand jederzeit flexibel an den tatsächlichen Bedarf angepasst werden kann. Führende Leasinggesellschaften haben sich darauf eingestellt, so Reinhard Gödel, Präsident des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) in Berlin. Das gilt ebenso für die herstellerabhängigen Autobanken, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt bestätigt.

Mietwagen-Bonusprogramm für KMU

Autovermieter forcieren die Zusammenarbeit mit Firmen. Darüber spricht Thomas Wandel, Director Corporate Sales der Avis Autovermietung GmbH & Co. KG in Oberursel.

Welche Vorteile bietet eine Mietwagenflotte gegenüber einer Leasingflotte?

Mit genau kalkulierbaren Kosten für die Lang- oder Kurzzeitmiete können Firmenkunden kurzfristig auf schwankenden Mobilitätsbedarf reagieren, ohne sich für mehrere Jahre finanziell zu binden. Damit ist das Anmieten von Fahrzeugen gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten mit schwankender Nachfrage eine risikoarme Alternative. Die Abrechnung erfolgt taggenau und kann dem Verursacher oder der Kostenstelle direkt zugeordnet werden. Ebenfalls sind firmeninterne Reiserichtlinien in die Prozesse integrierbar, der Verwaltungsaufwand wird minimiert.

Mit „Microsite“ bieten Sie eine spezielle Online-Buchungsmaske, warum?

Um das Buchen eines Fahrzeugs noch weiter zu erleichtern. Mit einer firmeneigenen Buchungsmaske, die zum Beispiel im Firmen-Intranet integriert ist, können die Mitarbeiter weltweit online Mietwagen reservieren – zu den mit Avis vereinbarten Firmenkonditionen und den internen Reiserichtlinien. Die Bedienung ist kinderleicht und der Wechsel auf eine externe Website entfällt.

Wie gefragt sind Ihre Partnerschaft-Sonderkonditionen?

Aktuell arbeiten wir mit rund 80 internationalen Transportdienstleistern und Hotels zusammen. Von A wie Airlines bis Z wie Zugfahrt kommen alle Reisenden in den Genuss attraktiver Sonderkonditionen bei diesen Partnern. Besonders beliebt ist das Miles & More-Partnerschaftsangebot. Miles & More-Mitglieder erhalten pro Anmietung bei Avis zwischen 500 Prämien-meilen standardmäßig und bis zu 2.000 Meilen im Rahmen spezieller Promotions. Gesammelte Meilen können wiederum gegen einen Mietwagen von Avis eingetauscht werden.

Wie funktioniert das Avis-Bonussystem?

Unser Firmenkundenprogramm „Avis Bonus Plus“ bietet kleinen und mittelständischen Unternehmen umfangreiche Vorteile gegenüber Einzelbuchungen. Pro Miettag erhalten teilnehmen-de Unternehmen weltweit einen Bonuspunkt. Bei 15 gesammelten Punkten erhalten diese Kunden einen kostenfreien Miettag. Die „verdienten“ Voucher können bei der nächsten Anmie-tung bei Avis eingelöst werden. Umfangreiche Extras wie zum Beispiel weltweit günstige Festpreise sowie eine geringere Selbstbeteiligung runden die Leistungen des Programms ab. Des Weiteren bieten wir für alle unsere Kunden die kostenfreien Bonussysteme „Preferred“ und „Preferred First“. Preferred-Kunden erhalten den Schlüssel zu ihrem vorab reservierten Mietwa-gen innerhalb von drei Minuten. Aktuell gilt dieses Versprechen in sechs europäischen Ländern an fast 500 Stationen. Ab zwölf Anmietungen im Jahr mit der Preferred-Karte werden unsere Kunden automatisch Preferred First-Mitglieder und erhalten viele Vorteile. Zum Beispiel ein kostenloses Upgrade in die nächst höhere Fahrzeuggruppe als gebucht.

Was verbirgt sich hinter „travelload“? Was können Firmen aus Ihren Reportings ableiten?

In Kooperation mit dem Reiseplan-Portal „travelload.de“ bieten wir Geschäftsreisenden bei Buchungen über den Firmenkundenbereich die Möglichkeit, automatisch einen Reiseplan auf das Handy zu erhalten. Im Reiseplan finden Kunden Anmietdatum inklusive Uhrzeit, die reservierte Fahrzeuggruppe und Adresse sowie Telefonnummer der Anmiet- und Abgabestation. Geschäftsreisende können so jederzeit von unterwegs auf alle Reisedaten zurückgreifen. Wir bieten Reportings zur Analyse der Reisekosten und zur Erkennung von Einsparpotenzialen, die im Rahmen des Datenschutzes möglich sind.

Welche Firmenabrechnungsverfahren überwiegen?

Wir bieten verschiedene Abrechnungsmöglichkeiten. Zum einen können Unternehmen ihre firmenbezogenen Sonderkonditionen mit der Kreditkartennummer des jeweiligen Mitarbeiters und einer Kunden-Nummer verknüpfen. Zum anderen gibt es eigene Firmenkunden-Kreditkarten. Als weiteren innovativen Service stellen wir elektronische Rechnungsdaten in verschie-denen Formen zum Einlesen in das ERP-System des Kunden zur Verfügung. Darüber hinaus werden Mietwagenrechnungen, auch digital signierte, auf Wunsch per E-Mail versandt. Viele Unternehmen entscheiden sich für den Air Plus Company Account, ein Abrechnungskonto für Fahrzeuganmietungen, über das auch andere Reiseleistungen wie Flug, Hotel, Bahn laufen können. Die Ausgaben werden über das zentrale Konto des Air Plus Company Account abgerechnet. Seit Kurzem ist diese Abrechnungsart mit dem Preferred-Service kombinierbar. Das heißt, wir bieten Firmenkunden eine entscheidende administrative Erleichterung und gleichzeitig den hervorragenden Service von Avis Preferred.


aus Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt,
Autor: Gerd Zimmermann

 



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