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Gutscheine für unterwegs
Gutscheine für unterwegs
Creditreform Unternehmermagazin
Creditreform Magazin, 07.06.2011
Papierschnipsel aus Prospekten sind out: Deutlich mehr Umsatz versprechen digitale Gutscheine, die der Kunde auf seinem Smartphone immer zur Hand hat – Stichwort „Mobile Couponing“.
Statistiken zufolge lösen Kunden von klassischen Papiercoupons durchschnittlich lediglich rund ein Prozent ein. Unabhängig davon fallen für den Anbieter auf jeden Fall Kosten für Druck und Vertrieb an – ein hohes und mittlerweile in vielen Fällen unnötiges Risiko auf Unternehmerseite: „Mobile Couponing ist vor allem für den stationären Einzelhandel eine attraktive Alternative“, betont Thomas Engel, Mitbegründer von Coupies, nach eigener Darstellung Deutschlands größter Plattform für Mobile Couponing. „Erstmals
kann der stationäre Einzelhandel vom Internet profitieren.“ Unternehmer zahlen bei den digitalen Rabattaktionen nur für tatsächlich genutzte Gutscheine, sie müssen also nicht in Vorleistung gehen. In der Regel wird eine Gebühr von 50 Cent pro Gutschein fällig.
Jung, modern, urban
Gut geeignet sind mobile Gutscheine zum Beispiel für Händler aus den Bereichen Gastronomie, Fashion, Freizeit, Lifestyle und Beauty. Da für die Nutzung der Gutscheine ein Smartphone erforderlich ist, ist die digitale Werbeform allerdings nicht für jede Zielgruppe geeignet. „Für einen Landgasthof am Ende der Welt ist Mobile Couponing nicht die richtige Lösung, aber für eine Cocktail-Bar in der Großstadt kann das sehr interessant sein – es muss zur Zielgruppe passen: jung, modern und urban“, verdeutlicht Thomas
Engel. Wichtig sei auch, dass das Produkt nicht zu hochpreisig und eine spontane Einlösung der Coupons möglich ist.
Ein großer Vorteil für Unternehmer, die sich an die neue Werbemaßnahme wagen: Eine Kampagne ist schnell angelegt. Unternehmer können online mit wenigen Klicks ihre Rabattaktion selbst erstellen. „Da für die Unternehmen nur Kosten anfallen, wenn Kunden Coupons einlösen, lässt sich auch mal was ausprobieren“, sagt Thomas Engel. „Mobile Couponing ist ein neues Tool, jeder muss da seine Erfahrungen für sein Business sammeln.“ So lasse sich zum Beispiel eine mäßig laufende Kampagne während der Laufzeit schnell
optimieren. Online könne die Rabatthöhe kostenlos nach oben gesetzt werden. „Die alten digitalen Coupons verschwinden – anders: Flyer und Papiercoupons. Sind sie einmal gedruckt, ist das Geld in den Sand gesetzt.“
Mobile Coupons eignen sich grundsätzlich immer dann als Marketinginstrument, wenn früher klassische Papiergutscheine zum Einsatz kamen. „Mobile Coupons sind vor allem sinnvoll für die Neukundengewinnung. Sie unterstützen Abverkäufe und können zur Frequenzerhöhung, Kundenbindung eingesetzt werden“, erklärt Sophie Descarréga, Product Marketing Managerin bei acardo, einem der führenden Coupon-Clearing-Häuser in Deutschland.
Bequemere Schnäppchenjagd
Doch die mobilen Gutscheine sind nicht nur für Unternehmer bequem anzulegen: Auch die Kunden sollen dank des mobilen Schnäppchenführers in ihren Handys bequemer und vor allem günstiger shoppen können. „Man muss kein IT-Experte sein, um die mobilen Gutscheine zu nutzen“, verspricht Thomas Engel von Coupies. Coupons lassen sich bei manchen Anbietern per Klick von der Website als SMS auf das Handy oder Smartphone verschicken. Andere Anbieter stellen die Coupons über eine App zur Verfügung, die Nutzer kostenlos
herunterladen können. Nach einer einmaligen Registrierung ortet die App das Handy des Kunden und zeigt ihm auf einem Stadtplan gezielt Rabattaktionen von Händlern in seiner Nähe.
Nicht nur junge Großstädter scheinen den digitalen Schnäppchenführern gegenüber aufgeschlossen: Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von acardo haben 70 Prozent der deutschen Handynutzer großes Interesse an mobilen Gutscheinen. André Reif, Geschäftsführer der Mobile-Couponing-Plattform MyMobai, berichtet: „Sowohl Nachfrage als auch Angebot steigen.“
Kreativität zahlt sich aus
Was die Coupons genau bieten sollen, ist Sache des Händlers und richtet sich nach der avisierten Zielgruppe und dem Ziel der Kampagne: Produktzugaben, Rabattcoupons, kostenlose Dienstleistungen oder Warenproben sind denkbar. „Den größten Erfolg versprechen Coupons mit Preisnachlässen oder Gratisbeigaben in Form von ‚Buy one, get one free’-Coupons“, erzählt André Reif. „Der Erfolg ist abhängig von der Höhe und der Art des Rabattvorteils.“
Zwar ist Mobile Couponing noch kein Massenphänomen, doch die Liste der Unternehmen, die bisher mobile Gutscheine anbieten, kann sich sehen lassen. Beim Anbieter MyMobai sind neben lokalen Händlern auch Filialisten wie Europcar, ImmobilienScout24, O2 und Subway vertreten. Eine besonders erfolgreiche Kampagne hat das Möbelhaus Höffner lanciert: 6.000 Mal wurde der digitale Gutschein angesehen, 2.400 Mal eingelöst. „Das entspricht einer Einlösequote von 40 Prozent“, betont André Reif. Im Vergleich zur durchschnittlichen
Erfolgsquote von Papiercoupons ein enormer Zuwachs.
Händlern, die eine Mobile-Couponing-Aktion anbieten wollen, stehen je nach Anbieter verschiedene technische Umsetzungen zur Wahl. Gutscheine können durch einfaches Aufschreiben, Entwerten per Barcodescanner oder durch Tastenbelegung im Kassensystem eingelöst werden. „Es gibt Bestrebungen, die technische Abwicklung mithilfe von GS1 zu standardisieren, um die Einlösung in jedem Fall revisionssicher zu machen“, so Sophie Descarréga von acardo.
Große Vielfalt von Anbietern
Im Mobile-Couponing-Sektor scheint Goldgräberstimmung zu herrschen. Immer neue spezialisierte Anbieter drängen an den Markt. Coupoco, Rabees, gettings oder vooch nennen sie sich. Neben den reinen Mobile-Couponing-Plattformen bieten mittlerweile auch Check-In-Dienste wie friendticker und foursquare ihren Nutzern zur Belohnung nach mehrmaligem Einchecken an einem Standort Rabattaktionen an. Den neuen Trend will auch Facebook nicht verschlafen: Das soziale Netzwerk ermöglicht es seinen Mitgliedern seit Kurzem
in Kooperation mit dem Location-Based-Service Places, mobile Coupons zu nutzen. Auch der Online-Couponing-Riese Groupon bietet seine Gruppendeals nun in einer mobilen Variante an.
Hype ist berechtigt
Die Vielzahl der Anbieter mobiler Coupons ist also groß. Doch für welche Plattform soll sich ein Unternehmen entscheiden? Zu Angeboten von Check-In-Diensten sagt Sophie Descarréga: „Diese Dienste sind nicht sicher. Betrug durch Personal und Konsumenten ist möglich. Außerdem sind die Dienste in Deutschland noch zu wenig etabliert.“ Auch von Plattformen, die ausschließlich Mobile Couponing betreiben, rät Descarréga ab: „Location-Based-Coupon-Verteilung sollte für eine maximale Wirkung als zusätzliche Funktion
von Plattformen angeboten werden.“
Dass die mobilen Schnäppchen nur ein Trend sind, der sich verflüchten wird, daran glauben ihre Anbieter nicht. Hans-Joachim Waldrich, Geschäftsführer des Coupon-Clearing-Unternehmens Valassis ist überzeugt: „Das Verfahren wird sich durchsetzen. Genau wie das Mobiltelefon in Zukunft eine ganz große Rolle beim Einkaufen spielen wird.“ Nach einer Umfrage von Coupies unter Marketing-Experten rechnen 80 Prozent der Befragten damit, dass der Einsatz mobiler Coupons steigen wird.
Autor: Paulina Henkel
Checkliste:
Mobile Couponing richtig eingesetzt
Thomas Engel, Mitbegründer von Coupies, rät Unternehmern, zunächst folgende Fragen zu klären:
Passt die Zielgruppe zu dem Produkt, das Sie anbieten? Ist sie jung (16 bis 30 Jahre), überwiegend männlich, urban und modern?
Passt Ihr Produkt zu Mobile Couponing? Ist es für spontanes Einlösen des Coupons geeignet?
Wollen Sie Abverkauf fördern oder Image/Bekanntheit aufbauen? Danach richtet sich die Ausgestaltung der Kampagne.Link-Service
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Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie, wenn Sie eine E-Mail mit dem Betreff „Mobile Couponing“ an creditreform-service@fachverlag.de senden.
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