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Geld von den Ländern

Neben den bekannten Finanzierungsprogrammen vor allem der Kreditanstalt für Wiederaufbau können auch Kredite der Bundesländer und ihrer Förderbanken Liquiditätsengpässe im Mittelstand beheben.

Die Aussage ist an Eindeutigkeit nicht zu übertreffen: "Für mich ist der Hausbankkredit eindeutig ein Auslaufmodell." Richard K., der als Inhaber eines mittelständischen Unternehmens aus Bayern Verantwortung für immerhin rund vierzig Mitarbeiter hat, bekam die finanzielle Zurückhaltung seiner beiden Hausbanken während der vergangenen Monate in erheblichem Maße zu spüren. Keine dieser beiden langjährigen Geschäftspartner war nämlich bereit, ihm eine Liquiditätshilfe in Form einer langfristigen Umschuldung eines Teils seiner kurzfristigen Verbindlichkeiten zur Verfügung zu stellen, um damit letztlich seine Zahlungsfähigkeit zu sichern.

Erst seine "Drittbank", mit der K. bisher eigentlich kaum geschäftliche Umsätze tätigte, gab ihm nicht nur den entscheidenden Finanzierungstipp, sondern unterstützte ihn auch bei der erforderlichen Aufbereitung der Kreditunterlagen mit dem Ergebnis der erhofften Umschuldung. Kreditgeber ist nun die LfA, das Förderinstitut Bayerns, das unter entsprechenden Voraussetzungen mittelständische Unternehmen unterstützt, die in Rentabilitäts- und Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind.

Im konkreten Fall wurde ein so genannter "Akutkredit" bereitgestellt, der mit einer für K. günstigen Laufzeit von zwölf Jahren zunächst auf eine Tilgung verzichtet und damit die für den Betrieb erforderliche Liquiditätshilfe bietet. Darüber hinaus, und das war der entscheidende Faktor, konnte auch die zuständige Bürgschaftsbank von einem Engagement überzeugt werden, so dass alles in allem eine einvernehmliche Lösung erreicht wurde. Fehlende Kreditsicherheiten wurden von den Hausbanken nämlich als wesentlicher Ablehnungsgrund genannt.

Fehlendes Angebot der Hausbank

Interessant und für K. auch verwunderlich ist natürlich, dass diese Hausbanken nicht ebenfalls auf eine solche Lösung gekommen sind. Immerhin stand die zumindest "grundsätzlich akzeptable" Bonität von K. nach Aussagen der jeweiligen Bankmitarbeiter "nie in Frage".

Offenbar zeigt dieser Unternehmerfall, dass nach wie vor nicht alle Geschäftsbanken bereit oder in der Lage sind, öffentliche Kreditgeber in Finanzierungsstrategien einzubeziehen. Ob dabei, wie regelmäßig kolportiert wird, angeblich zu geringe Erträge die wesentliche Rolle spielen, mag jedes Kreditinstitut selbst beurteilen. Banken, die sich hier immer noch zurückhalten, sollten bei ihren Kunden – Tendenz zunehmend – aber wohl kaum mit Verständnis für diese Zurückhaltung rechnen. Dazu ist die Situation vieler Betriebe derzeit einfach zu schwierig.

Weitere Angebote der Bundesländer

Nicht nur das Land Bayern bietet mit Hilfe ihres Förderinstitutes Mittelbetrieben gerade in der aktuell wirtschaftlich schwierigen Lage Kredithilfen an. So können zum Beispiel durch die NRW-Bank mittelständische Unternehmen in Nordrhein-Westfalen Investitions- und Betriebsmitteldarlehen erhalten, mit deren Hilfe unterschiedliche Maßnahmen wie der Erwerb von Grundstücken und Gebäuden sowie die Betriebs- und Geschäftsausstattung finanziert werden. Auch bei dieser Maßnahme sind Tilgungsfreijahre ebenso möglich wie unterschiedliche Darlehenslaufzeiten. Ähnlich wie in Bayern müssen mangelnde Kreditsicherheiten kein Grund für eine Kreditablehnung sein, da die Bürgschaftsbank NRW als Sicherheitengeber grundsätzlich ebenfalls zur Verfügung steht.

Als weiteres Beispiel finanzieller Unterstützung durch die Bundesländer kann der "Niedersachsen-Kredit" angeführt werden, mit dem langfristige Investitionen in Niedersachsen ebenso abgesichert werden können wie Betriebsmittelfinanzierungen. Antragsberechtigt sind kleine und mittlere Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft ebenso wie beispielsweise Existenzgründer. Derzeit dürften viele Mittelständler hier vor allem an Finanzierungen interessiert sein, mit denen vorübergehende Liquiditätsengpässe ausgeglichen werden können. Auch bei diesem Kreditangebot erfolgt die jeweilige Antragstellung über ein Bankinstitut des anfragenden Unternehmens vor Ort.

Darlehenshilfen sind ebenso von der Thüringer Aufbaubank in Form etwa von Umstrukturierungsbeihilfen möglich. Neben einer grundsätzlichen Selbstbeteiligung durch das betreffende Unternehmen ist ein Umstrukturierungsplan erforderlich, der eine langfristige Rentabilität des Betriebes erwarten lässt. Unterschiedliche Darlehenslaufzeiten sind hier ebenso darstellbar wie tilgungsfreie Jahre.

Das gilt auch für die Sächsische Aufbaubank, die Darlehen etwa zur Finanzierung von Forderungsausfällen oder verzögerten Forderungen ebenso bereitstellt wie zur Verbesserung der Finanzierungsstruktur von Unternehmen. Das kann zum Beispiel eine Umschuldung des Kontokorrentkredites in eine längerfristige Verbindlichkeit sein.

Förderkredite: Das sind die Vorteile

  1. Durch die Vielzahl dieser Programme ist eine weitgehend auf den jeweiligen Betrieb und dessen konkrete Probleme ausgerichtete Finanzierung möglich.

  2. Durch eine "risikogerechte Verzinsung" können bis zu einer gewissen Bonitätsgrenze auch Betriebe Darlehen erhalten, die sie bei den Geschäftsbanken häufig in nur geringem Maße oder gar nicht mehr bekommen.

  3. Je nach Finanzierung sind vorzeitige Darlehensrückzahlungen möglich. Tilgungsfreie Anlaufjahre können für eine wichtige finanzielle Entlastung des Betriebes sorgen.

  4. In Verbindung mit der jeweils zuständigen Bürgschaftsbank kann ein Mangel an werthaltigen Sicherheiten mit der Folge einer Kreditablehnung behoben werden.

Weitere Information finden Sie unter www.subventionen.de

aus "Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt",
Autor: Michael Vetter



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