Startseite        Häufig gestellte Fragen (FAQ)        Impressum        Downloads        Sitemap


  Wir über uns Leistungsspektrum News & Termine Info-Center Mitgliedschaft
 
Info-Center
Fachartikel & Checklisten
Unternehmensführung
Unternehmensfinanzierung
Kreditmanagement
International Business
Wirtschaftsinformationen
Marketing
Recht und Steuern
Forderungsmanagement
Systeme & Beratung
Online-Rechner
Lexikon Forderungsmanagement
Häufig gestellte Fragen
Aktuelle Wirtschaftsforschung
Creditreform Akademie
   
Der Produktfinder

   
    Welche Creditreform
Produkte passen zu
Ihrem Unternehmen?
 
Produkt finden
Kontakt-Center

Ansprechpartner in Hanau
Informationsmaterial anfordern
Beratungstermin vereinbaren
Anfahrt & Routenplanung

Direktruf: 0 61 81 / 3 10 71
Newsletter abonnieren
 

Startseite Info-Center Fachartikel & Checklisten Unternehmensfinanzierung Wegweiser durch den Förderdschungel

Wegweiser durch den Förderdschungel

Wer seine Hausbank gezielt nach öffentlichen Förderprogrammen fragt, kann sich oft deutlich günstiger refinanzieren als mit dem klassischen Bankkredit allein.

Bankinstitute haben während der vergangenen Jahre auf die zunehmende Komplexität ihrer Firmenkunden im Hinblick auf Finanzierungsfragen reagiert. Neben eigenen Krediten werden vor allem öffentliche Fördermittel angeboten, von denen es je nach Schätzung insgesamt etwa 2.000 gibt. Da erstaunt es nicht, dass eine profunde Beratung ohne Spezialisten kaum mehr möglich ist. Nahezu jede Bankengruppe beschäftigt daher Fachleute, deren wesentliche Aufgabe darin besteht, Betriebsinhabern die jeweils auf sie zugeschnittenen Kreditprogramme vorzustellen und sie vor allem während der Antragsphase zu begleiten.

Der Fall von Jürgen M., Inhaber eines Mittelbetriebes aus Würzburg, dürfte vor diesem Hintergrund daher eher zu den Ausnahmen zählen: Als M. nämlich vor einigen Wochen mit dem zuständigen Kundenberater seiner Hausbank über die Details einer betrieblichen Finanzierung reden wollte, wurde er mit den Worten empfangen, dass "an eine zusätzliche Finanzierung zu den bisherigen Konditionen derzeit überhaupt nicht zu denken" sei. Der Bankmitarbeiter machte dafür vor allem die Immobilienkrise der vergangenen Monate verantwortlich, die der Bankvorstand ganz offiziell ab sofort "zu einer noch sorgfältigeren Kreditprüfung jedes einzelnen Kreditengagements in Verbindung mit möglichen Risikozuschlägen" als bisher ohnehin schon üblich veranlasse.

Für M. hätte dieser "Risikozuschlag" Mehrkosten von rund 5.000 Euro pro Jahr bedeutet und zu einer zusätzlichen Zinsbelastung von insgesamt etwa 18.000 Euro für die ursprünglich geplante Kreditlaufzeit von sechs Jahren geführt.

Checkliste: So gehen Sie strategisch vor

  • Bitten Sie bei einem bevorstehenden Kreditwunsch Ihre Hausbank sowie Ihre Nebenbankverbindungen um entsprechende Finanzierungsbausteine, die öffentliche Förderprogramme ebenso beinhalten wie bankeigene Kredite.

  • Mit Hilfe des für öffentliche Förderprogramme zuständigen Bankmitarbeiters können Sie feststellen, ob Sie die jeweiligen Förderkriterien erfüllen – und wie Ihre Kreditwürdigkeit oder Bonität von Ihrer Bank eingeschätzt wird.

  • Entscheiden Sie sich entsprechend Ihren persönlichen Voraussetzungen (Laufzeit, Sicherheiten, Höhe der Zins- und Tilgungsraten) für den für Sie geeigneten Finanzierungsmix. Achten Sie dabei auch auf wichtige zusätzliche Vertragsbestandteile wie tilgungsfreie Anlaufjahre, außerplanmäßige Tilgungen oder vorzeitige Darlehenskündigungen.

Erst als M. vor dem Hintergrund seiner langjährigen Geschäftsverbindung zu seiner Bank mit Nachdruck auf einer preisgünstigen Finanzierungsalternative bestand, bot ihm der Bankmitarbeiter ein weiteres Gespräch mit dem für öffentliche Finanzierungen zuständigen Kollegen an. Während dieses Gesprächs wurde, wie bereits eingangs erwähnt, die Vielfalt der Finanzierungsmöglichkeiten deutlich: Öffentliche Institutionen wie die KfW-Mittelstandsbank, aber auch der Bund, die Länder sowie internationale Institutionen bieten nicht nur zinsgünstige, sondern auch auf fast jeden Investitionszweck zugeschnittene Gelder an.

Betriebsinhaber sollten bei ihrem Bankinstitut also gezielt nachfragen und das bei öffentlichen Förderprogrammen obligatorische "Hausbankprinzip", das die Einschaltung eines Bankinstituts vor der eigentlichen Antragstellung vorsieht, in Anspruch nehmen. So wird vor Ort die Kredit- oder Bonitätsprüfung durchgeführt, die sowohl die Prüfung als auch die Weiterleitung des Antrages vorsieht. Hausbanken können den Unternehmer auf diesem Weg also nicht nur begleiten, sondern ihm auch zusätzliche Alternativen nennen oder weitere Finanzierungstipps geben.

Dazu sollten vor allem Details des "risikogerechten Zinssystems" gehören, das von Förderbanken sowie von Geschäftsbanken vor Ort angewendet wird. Dabei zahlen Unternehmen abhängig von ihrer wirtschaftlichen Lage ("Bonität") und den bereitgestellten Sicherheiten einen individuellen Zinssatz, der von der jeweiligen Hausbank festgelegt wird. Es erfolgt zunächst eine Zuordnung zu vorgegebenen Bonitäts- und Sicherheitsklassen.

Aus der Kombination von Bonitäts- und Besicherungsklasse ergibt sich dann eine Preisklasse, die wiederum die Brandbreite des individuellen Zinssatzes für das Förderdarlehen bestimmt. Diese risikoabhängige Differenzierung der Kreditzinsen soll einer größeren Zahl von Betrieben ermöglichen, Förderdarlehen zu erhalten.

Neben direkten Finanzmitteln können auch Bürgschaften helfen, Finanzierungen abzurunden beziehungsweise erst zu ermöglichen. Hierzu stehen vor allem Bürgschaftsbanken oder Kreditgarantiegemeinschaften zur Verfügung. Darüber hinaus sind auch Bundes- und Landesbürgschaften möglich. Vor allem bei nicht ausreichenden Kreditsicherheiten des jeweiligen Unternehmers bieten Bürgschaften oft die notwendige Voraussetzung zu einer Kreditgewährung.

Übersicht: Wer was fördert

  • KfW-Startgeld: Für Unternehmen bei Vorhaben von nicht mehr als 50.000 Euro konzipiert, können mit Hilfe dieses Programms Grundstücke und Gebäude ebenso finanziert werden wie Betriebs- und Geschäftsausstattungen. Bei Laufzeiten von bis zu zehn Jahren wendet sich das Startgeld vor allem an Existenzgründer sowie an kleine Unternehmen und freiberuflich Tätige.

  • Unternehmerkapital: Hierbei handelt es sich um eine so genannte "Produktfamilie" von drei Kreditprogrammen:

    • ERP-Kapital für Gründung: Dieses Programm richtet sich an Personen, die eine selbstständige, gewerbliche oder freiberufliche und nachhaltig tragfähige Existenz als Haupterwerb aufnehmen oder dies während der vergangenen zwei Jahre getan haben. Auch hier sind die üblichen betrieblichen Finanzierungen etwa von Immobilien und Sachanlagen möglich. Der Finanzierungshöchstbetrag liegt bei 500.000 Euro je Antragsteller, die Kreditlaufzeit beträgt fünfzehn Jahre.

    • ERP-Kapital für Wachstum: Unternehmen, deren Geschäftsaufnahme mehr als zwei, aber höchstens fünf Jahre zurückliegt, können dieses zweite Programm der Produktfamilie "Unternehmerkapital" beantragen. Die bereits erwähnten Finanzierungszwecke werden mit Finanzierungshöchstbeträgen von 500.000 Euro pro Vorhaben und Kreditlaufzeiten von fünfzehn Jahren wie beim Gründungskapital angeboten. Allerdings bestehen im Unterschied dazu verschiedene Finanzierungsanteile.

    • KfW-Kapital für Arbeit und Investitionen: Hier geht es um Unternehmen, die mehr als fünf Jahre am Markt tätig sind. Es können Investitionen finanziert werden, bei denen eine langfristige Mittelbereitstellung erforderlich ist, die einen nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg erwarten lassen und mit denen Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert werden. Der maximale Kreditbetrag beträgt bei Laufzeiten von zehn Jahren vier Millionen Euro pro Vorhaben.

  • KfW-Unternehmerkredit: Schwerpunkt dieses Kreditprogramms sind ebenfalls betriebliche Investitionen. Maximal zehn Millionen Euro können pro Vorhaben zur Verfügung gestellt werden. Darüber hinaus sind Laufzeiten von bis zu zwanzig Jahren möglich.

  • ERP-Regionalförderprogramm: Das Programm wendet sich vor allem an KMU der gewerblichen Wirtschaft in deutschen Regionalfördergebieten und bietet bei Laufzeiten von bis zu fünfzehn Jahren maximale Kreditbeträge von bis zu drei Millionen Euro pro Vorhaben an.

  • ERP-Innovationsprogramm: Innovative Unternehmen können dieses Programm beantragen, für das Förderungen sowohl in der Forschungs- und Entwicklungsphase (FuE-Phase) als auch in der Markteinführungsphase darstellbar sind. Ja nach Programm sind Finanzierungen von bis zu fünf Millionen Euro pro Vorhaben bei Laufzeiten von bis zu zehn Jahren möglich.

 

Leser-Service

Hier erhalten Sie weitere Informationen:

 

aus "Creditreform – das Unternehmermagazin aus der Verlagsgruppe Handelsblatt", Autor: Michael Vetter

 

 

 



   Seite: drucken  |  weiterempfehlen  |  verlinken Bookmark and Share
 
Verwandte Themen

 Mittelstandsrating
 "Creditreform"-Umfrage: Was Banken bieten
 Alternative Finanzierungsquelle
 
  Kontakt | | Disclaimer | Datenschutz | Downloads | Sitemap    
       
  © 2011 Creditreform Hanau Leibrock KG | Akademiestraße 31 | D-63450 Hanau
Tel.: 0 61 81 / 3 10 71 | Fax: 0 61 81 / 3 10 73 | E-Mail: info@hanau.creditreform.de